es gibt am s-bahnhof neukölln in berlin einen fahrstuhl, den ich gerne als "problem-aufzug" bezeichen würde um anzudeuten, dass ich ihm am liebsten die bayerische behandlung bzgl problem-tieren zukommen lassen möchte.
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dieser lift ist grundsätzlich problematisch; er verbindet 3 etagen, u-bahn, straßenniveau und s-bahn. auf straßenniveau ist es fast unmöglich, den fahrstuhl zu betreten, weil er immer voll ist mit kinderwagen und einkaufstrolleys und ihren besitzern, die von u-bahn in die s-bahn umsteigen wollen und umgekehrt. nur dürre, kleine frauen schaffen es auf der mittleren straßenebene noch sich in die fahrstuhl-zelle zu quetschen. ich bin keine dürre, kleine frau.
dazu kommt eine nervtötende eigenschaft dieser besonderen anlage: die tür schließt nach einer sekunde. während es im s-bahn-bereich berlins etliche fahrstühle gibt, bei denen man sich fragt, ob er jetzt gerade kaputt gegangen ist, nachdem man den lift betreten hat, weil sich nichts mehr tut, ist dieses exemplar außerordentlich zackig. kaum hat der letzte benutzer den fahrstuhl verlassen und steht erschöpft und überrascht vor der tür (wo bin ich denn hier?), da schnarrt die automatische ansage auch schon:„tür schließt!“ die tür knallt zu und der lift fährt leer nach unten oder oben, je nachdem, wo man auf eintritt gewartet hat.
das kommt nicht gut an bei den wartenden, die schon lange minuten vor dem lift herumstanden. während des wartens kamen 3 s-bahnen an und luden ihre fahrgäste aus. erstaunlich, wieviele davon frauen mit kinderwagen und alte damen mit einkaufstrolleys sind. oder dicke admins mit fahrrad. die menge wird also nicht kleiner.
die leute, die erschöpft den zugang blockiert hatten, weil für sie natürlich nur wichtig war, dass sie aus dem lift raus und jetzt dort sind, wo sie hin wollten, sehen sich auf einmal als ziel etlicher beschimpfungen. je öfter das passiert, desto heftiger werden die beschimpfungen. ich verstehe nicht alles, was da so gesagt wird, aber es klingt nicht nett.
ich hab schon mal erlebt, dass so 3 hoch-runter-zyklen vergingen, bis die mitfahrenden schnell genug den fahrgastraum verließen, dass ein wagemutiger mitwartender blitzschnell die tür mit einem fuß blockieren konnte, als die sich schon wieder loss. dazu musste er die frau mit kinderwagen, die den platz vor der tür zur verdienten erholung nach anstrengender lift-fahrt nutzen wollte, etwas zur seite schieben. die folgende kommunikation habe ich dann tatsächlich verstanden.
und so lädt ein simpler fahrstuhl zum warten und betrachten ein. aber immerhin, denke ich, als sich eine energische oma mit ihrem einkaufswagen an mir vorbei schiebt und sich noch in die prall gefüllte fahrgastzelle stopft, funktioniert dieser fahrstuhl; anders als die vier vorher auf meinem arbeitsweg. im stillen wünsche ich der alten dame viel glück. wenn sie auf straßenebene, in der mitte des aufzugweges, raus will, wird sie sich durch alle kinderwagen und mitfahrenden hindurch kämpfen müssen, denn dort öffnet die tür auf der gegenüberliegenden seite.
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