âProject Hail Maryâ mit Ryan Gosling: Zusammengeflicktes Best-Of groĂer SciFi-Ideen | taz.de Seufz... Fangen wir an: Jenni Zylka hat das Buch nicht gelesen. Das zeigt eigentlich schonmal, dass sie mit SF nicht viel am Hut hat. Und wenn sie einen Film sieht, dann wohl eher oberflĂ€chlich.
Und weil Phil Lords und Christopher Millers nach einem Roman von Andy Weir inszenierter Film âAstronautâ eine Robinsonade ist, lĂ€sst sich auch bald Graces Freitag blicken: In der NĂ€he von Tau Ceti hat sich ein fremdes, beeindruckend gestaltetes Raumschiff eingefunden, dessen Pilot ebenfalls der einzige Ăberlebende einer Ă€hnlichen Mission ist.
Wirklich? Das ist das einzige, was ihr dazu einfÀllt? Robinson Crusoe und sein eingeborener Freitag? Andy Weir schreibt logische Romane. Da ergibt alles einen Sinn. Er muss seine Protagonisten nicht irgendeinen hirnrissigen Unfug machen lassen, damit sich die Geschichte weiter bewegt.
Ich kenne den Film noch nicht, aber im Buch gibt es fĂŒr alles eine logische ErklĂ€rung. Es ist ĂŒbrigens auch umgekehrt: Ryland Grace erscheint wesentlich spĂ€ter als Rocky im System.
Das steinartige, wie ein kopfloses Tier aussehende Alien wird von Grace âRockyâ genannt, und stellt sich, nachdem die beiden Wissenschaftler fix und mit technischer Hilfe ihr Kommunikationsproblem gelöst haben, als freundliches, unterhaltsames bis geschwĂ€tziges Wesen heraus.
Rocky ist Techniker, kein Wissenschaftler. Er betont das auch mehrmals. Und nein, nicht alle AuĂerirdischen haben die gleichen schlechten Manieren wie die Bekannten von Sigourney Weaver.
Der beĂ€ngstigenden RealitĂ€t begegnen die beiden fortan immerhin zusammen. Denn nach allen Regeln des Sci-Fi-Abenteuerfilms ist das die verlĂ€ssliche Methode fĂŒr einen Triumph: Gemeinsam schaffen wir es.
Das ist ganz einfache Logik. Schlimm sind Filme, in denen sich ein Vollpfosten allein von der Gruppe entfernen muss, damit er auch unbemerkt vom Alien oder wenn auch immer zerfleischt werden kann.
Dabei wĂ€re einiges an ZwiespĂ€ltigkeit drin: Die kĂŒhle, aber zielstrebige Missionsleiterin, die den DrĂŒckeberger Grace in den Weltraum zwingt, und bereit ist, ihn âfĂŒr das Wohl der Menschheitâ zu opfern, ist eine hoch ambivalente Figur, bei der das Gut-Böse-Schema nicht greift.
Ja und? Was soll dieser Satz sagen? Dass Eva eine tolle Figur ist? Ja, ist sie. Auch im Buch. Was also noch?
Und dass Grace â bis auf Frust und Messietendenzen zu Anfang der Isolation â ebenso wenig zu negativen Sentimenten und Depressionen neigt wie sein zehn Jahre zuvor die Einsamkeit ĂŒberwindender Kollege aus der Andy-Weir-Adaption âDer Marsianerâ, ist beachtlich. Im Fall eines Falles wĂ€re er anscheinend doch der richtige Mann im All.
Wie gesagt, ich hasse Filme/BĂŒcher, bei denen die Leute Mist bauen mĂŒssen, damit etwas passiert. FĂŒr derartige FlĂŒge werden Leute ausgesucht. Unter anderem nach ihrem Charakter. Da schickt man keine Psychopathen - auĂer in billigen Schrott-Filmen...
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