vorgestern auf dem weg zur arbeit biege ich mit meinem rad auf eine seitenstraße ab. die fahrbahn ist sehr schmal, die straße an beiden seiten zugeparkt. in gegenrichtung steht ein lkw, auf der falschen straßenseite und mit warnblinkanlage. kein fahrer zu sehen. da kommt kein auto mehr vorbei. hinter mir biegt ein großer transporter auf die straße. der fahrer muss den lkw sehen und dass sein wagen nicht durchkommen wird, aber vermutlich denkt er sich:„das sind noch 200 m bis dahin, vielleicht ist der lkw ja weg, wenn ich dort ankomme?“
er drängt sich an mir vorbei und fährt bis zu dem geparkten lkw. egal wie sehr er es versucht, der transporter passt nicht links neben den lkw und muss also stehen bleiben, auf der linken fahrbahn. er lässt noch 2 m platz vor dem lkw und ich freue mich schon, weil ich mit meinem rad da noch durch passe. das bemerkt schnell auch der transporterfahrer und als ich auf höhe seines autos bin, fährt er ein stück vor, bis nur noch ca 10 cm platz sind zwischen seinem wagen und dem lkw. ich schaue ihn an und sehe ihn grinsend nicken. so schmal ist dann auch mein rad nicht.
ich schiebe also das rad zwischen den geparkten autos auf den bürgersteig und fahre weiter, eigentlich kein problem. aber mein menschenbild hat sich etwas eingetrübt: es gibt wirklich menschen, die fühlen sich besser, wenn sie wissen, dass sie anderen das leben schwerer gemacht haben. im normalen leben, außerhalb von politik und verwaltung. aber gut, irgendwo müssen politiker ja herkommen, wenn nicht aus der mitte der gesellschaft:
ich bn zwar nur ein scheiß lkw-fahrer, aber wenigstens habe ich heute einem radfahrer den morgen versaut. das ist doch auch was!?