ist natĂŒrlich ein herbes thema fĂŒr einen freitag-morgen. aber es hat mich schon als schĂŒler gewundert, warum alle leute, die sich fĂŒr links und antikolonial hielten so einfach die russische ost-expansion ignorierten. nicht wegerklĂ€rt, sondern immer so getan haben, als sei da nix gewesen. so als sei da einst moskau gewesen und --plöpp-- dann wladivostok und dazwischen sei nichts passiert.
letztens bei putins auftritt vor afrikanischen regierungschefs, -mitgliedern, als er sich als antikolonialer held insszenierte, im unterschied zum "westen", fand ich es auch merkwĂŒrdig, dass kein fernsehbericht auch nur erwĂ€hnte, was die russen in ihrer geschichte alles veranstaltet hatten. den afrikanern kann man zugute halten: sie sind eben keine tadschiken oder nenzen oder tscherkessen und es fehlt ihnen somit an erfahrung. vermutlich isses ihnen praktisch auch egal.
ich finde es schwer, werke zum russischen kolonialismus zu finden, anders als zb zum deutschen, hollĂ€ndischen, französischen oder britischen. es ist offenbar in russland sehr unbeliebt, dazu zu forschen und zu schreiben. mir kommen immer mal wieder schnipsel davon unter, wie zb in dem groĂartigen buch zur ausstellung im landesmuseum in halle:
Meller, Meier, Die Schamanin. die autoren versuchen den begriff "schamane" nÀher einzugrenzen und ihn historisch einzuordnen und kommen dabei zwangslÀufig auf die russische kolonialgeschichte.
oder auch dieser schnipsel hier, ein zeitzeichen des wdr ĂŒber den versuch des russischen zaren, muslimische untertanen fĂŒr den kriegsdienst im WK I zu rekrutieren.
sehr interessant und sehr erhellend. besonders fÀllt mir auf, dass putin heutzutage genau das gegenteil tut, was er vor den afrikanern behauptet hat: er versucht das russische kolonialreich wieder zusammenzubringen, wie es schon die zaren taten und nach ihnen die sowjetunion.
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ZeitZeichen Soldaten aus den Kolonien: Russland im Ersten Weltkrieg
Die KolonialmĂ€chte des frĂŒhen 20. Jahrhunderts schickten auch Menschen aus den Kolonien in den ersten Weltkrieg. Das Zarenreich zwang ab Juni 1916 Muslime in den Dienst.