Jabber vs Matrix

  zuletzt bearbeitet: Tue, 05 Feb 2019 11:12:50 +0100  
Ursprünglich wollte ich - zustätzlich zu dem öffentlichen Matrixserver matrix.netzgemeinde.eu - einen öffentlichen Jabberserver anbieten, jedoch habe ich sehr schnell meine Meinung geändert und werde den entsprechenden Jabberserver ASAP löschen. Das hat zwei Gründen: Der Server selbst (ejabberd) und das Protokoll selbst.

Ejabberd

Ich hatte mich für ejbabberd entschieden, ein Jabberserver geschrieben in Erlang, welcher schnell und effizient sein soll (das glaube ich sogar, wenn ich andere Erlang-Projekte ansehe). Die Installation als solche war unproblematisch, aber die Konfiguration, mein Gott die Konfiguration!

Die Konfiguration

Die mitgelieferte Konfiguration umfasst etwa 800 Zeilen YAML (viele Zeilen davon sind Kommentare). Die Doku erkennt das Problem und versucht den Administrator zu beruhigen:
Do not let this complexity scare you. Most of you will be fine with default config file (or light changes).

Soweit so gut, nun zur Dokumentation:

Die Dokumentation

Die Dokumentation befindet sich unter https://docs.ejabberd.im/admin/configuration.
Wenn man eine so komplexe Konfiguration hat, ist eine gute Dokumentation das A und O, ansonsten ist man relativ aufgeschmissen und rennt ständig in Probleme. Genau das ist mir passiert, denn das Grundübel der Dokumentation: Es ist vollkommen unklar auf welche Version des ejabberd sie sich bezieht! Ich hatte 17.04 am laufen, divere Konfigurationsoptionen, die in der Doku beschrieben sind, funktionieren nicht - anscheinend bezieht sich die Dokumentation auf die allerneuste Version von ejabberd, ohne das irgendwo zu erwähnen! Besonders unangenehm war das bei der Datenbank: Ich befolgte den Rat das „neue“ SQL-Schema zu benutzen ( https://docs.ejabberd.im/admin/configuration/#database-and-ldap-configuration). Nach viel Fluchen und Herumprobieren (welche der Konfigurationsoptionen denn nun gehen und für meine Version zuöässig sind) gelang es mir endlich den Dienst zu starten - ich konnte bloß keine User anlegen. Es stellte sich heraus, dass das „neue“ SQL-Schema nicht von meiner Version unterstützt wurde!

Also die Datenbank gelöscht, neu aufgesetzt, „altes“ Schema eingespielt und endlich - nach viel Herumprobieren - funktionierte das Teil endlich!

Jabber

Nachdem ich endlich die meisten Probleme gelöst hatte habe ich mit einigen Jabber clients herumspielt und zu meinem extremen Erstaunen stellte sich heraus, das Jabber/XMPP eines der grundsätzlichensten Features eines Messengers nicht unterstützt: Die Fähigkeit mit mehr als einem Client an einer Sitzung teilzunehmen. Dieses Feature ist so grundlegend, dass es erst gar nicht glauben konnte. (Zugegeben, Whatsapp kann das auch nicht, aber wenigstens sagt Whatsapp das. Ditto Telegrams verschlüsselte Nachrichten. Auch hier eine Warnung).

Ich hatte drei Clients laufen - einen der in KDE/Plasma eingebaut ist (Telepathy), Kopete und einen unter Android. Und das war ein reines Glückspiel: Manche Nachrichten kamen in Android an, manche in Kopete, etc. Das macht Jabber für mich fast unbenutzbar: Normalerweise läuft bei mir ein Client unter Android  und einen auf dem Desktop. Wenn ich den Desktop verlasse kann ich Unterhaltungen unter Android weiterführen und umgekehrt. Das ist unmöglich uunter Jabber - ich kann nicht auf alte Nachrichten zugreifen, und das scheint auch noch unter mobil ein Problem zu sein: Da sich dort regelmäßig die IP ändert gibt es wohl Probleme mit Jabber.

Erweiterbarkeit (XMPP]

Ich habe herausgefunden dass es für das Problem „mehrere Clients“ ein Workaround gibt - eine Erweiterung des Protokolls (XEP). Es gibt ein Github repository für die notwendige Erweiterung (XEP-0280), aber warum ist ein solches Kernfeature als Erweiterung des Protokolls implementiert? Und selbst wenn, warum ist es nicht Teil von ejabberds Standardsetup?

Die Erweiterbarkeit des Protokolls ist theoretisch eine gute Sache - praktisch jedoch erzeugt das massive Probleme. Als Beispiel: Ich hatte captcha für die Registrierungen aktiviert. Das führte leider dazu dass Registrierungen nicht möglich waren - der Client hatte das entsprechende XEP nicht implementiert (Die Webregistrierung funktionierte sowieso nicht. Gab nur einen 404. Warum? Keine Ahnung). Das führt dazu dass es ein zweiseitiges Problem bei der Nutzung von Jabber gibt:  Zuerst muss man einen (öffentlichen) Server finden, der die benötigten XEPs implementiert, und dann noch einen Client der diese auch alle versteht - nicht nur auf dem Desktop, sondern auch unter Mobile. Das ist viel zu viel Aufwand/Ärger die man sich damit einfängt.

Matrix

Die Probleme unter Jabber hatte ich nie bei Matrix/synapse gehabt. Zugegeben, man muss einige Dinge konfigurieren, die Dokumentation ist aber gut und richtig, die Migration von sqlite zu PostgreSQL war gut beschrieben und lief problemlos. Es lief einfach so - mehrere Clients pro Sitzung, Voice/Videochat, Kanäle, Offline Nachrichten, egal was.

Ergo

Statt den Jabberserver für die Öffentlichkeit werde ich diesen Haufen .. (man kann sich denken) löschen. Die Doku ist nicht korrekt, der Server ist einer Programmiersprache geschrieben die ich nicht beherrsche, was dazu führt dass ich bei Problemen nichts machen kann und zu guter Letzt fehlen Jabber elementare Eigenschaften eines Messengers - z.B. mehrere Clients pro Sitzung, deshalb sehe ich keinen Sinn darinen ein XMPP-Server zu betreiben. Ich habe auf einem anderen Server ein Profil angelegt falls jemand mich per Jabber kontaktieren möchte, jedoch bleibt Matrix die bevorzugte Kommunikationsform.

Es gibt einen deutschsprachigen Blogartikel zu dem selben Thema: https://www.kuketz-blog.de/messenger-matrix-das-xmpp-fuer-hobby-admins/
Activating Warp Speed for Hubzilla's Database

  zuletzt bearbeitet: Sat, 26 Jan 2019 11:04:15 +0100  
How to significantly gain speed and perfomance for Hubzilla by just some minor adjustments.
Note: The DB section is about MySQL/MariaDB. However, PostgresQL will be similar effected. The solultion is database agnostic.
Artikel ansehen
File based session handling
Store your sessions in files residing  /tmp. Some time ago this was considered to be a bad/slow solution (after all, a database is faster, eh?) However, tmp now usually has got tmpfs as a filesystem, which means /tmp is a RAM disk, which is much, much faster than a database. (If your tmp is not having a tmpfs, try the other option). There are two caveats, though: When the machine where your PHP interpreter (either fpm or mod_php) runs on has to reboot (either due to planned maintenance or powerloss) the sessions will be gone, the users will have to log in again That's an acceptable price to pay. The second one concerns scaling issue: If you run a high-performance setup (i.e. load balancer, more than one webserver) this can't be used since all application servers have to access the shared sessions.
External session storage
You run a small key/value in-memory database on another host. The usual ones are memcache or Redis (I myself haven't got mixed experiences with Redis as as session store, but your mileage may vary). All application servers (Apache with PHP) can access the storage, so this is the way to go if you have more than one application server. If you use Redis, the session can also be saved in regular intervals on the disk, therefore you won't lose the sessions if your session storage goes down (reboot, update, whatver), however you will lose some speed advantage. I myself would recommend memcache, it's blazingly fast and stores the session ony in memory, but feel free to toy with Redis.

Setting it up in Hubzilla

Unfortunately Hubzilla doesn't support changing the session handler out of the box. I've written a small patch (which I will submit for review) to enable ist (it's attached to this article):
cd <your instance>/Zotlabs/Web
(copy Session.patch here)
patch < Session.patch

After that you can switch the session handler, by default it's still database, so the patch won't do any harm. If you want to change the handler change .htconfig.php in Hubzilla's base directory:
App::$config["system"]['session_custom'] = true;
App::$config["system"]['session_save_handler'] = "files";
App::$config["system"]['session_save_path'] = "/tmp"

(Or whatever you prefer - memcached, redis,..)

After that all your former sessions will be unavailabe, i.e. users have to login again (including nomad's users), but after that things run rather smoothly.

About the performance gain

In my case it's hard to say, because the ssd is so fast - still the graph seems to indicate that even on a fast ssd (4 cores, 16 GB Ram, 10 GB Innodb buffer pool) there is a perfomance gain. I'd love to see if someone tries this on a slow machine - how much perfomance did you gain? I'd really be interested in feedback.

Conclusion

By changing Hubzilla's session handling one can gain a significant perfomance boost - the only disadvantage is that the sessions may be a little bit volatile (i.e. not reboot safe), but that's a small price to pay.


Edit 2019-01-26

I've expanded the patch making it possible to change session.gc_probability and session.gc_divisor (defaulting to 1 and 100 for custom session handlers):

App::$config["system"]['session_gc_probability'] = 1;
App::$config["system"]['session_gc_divisor'] = 100;

(Session2.patch)
 
i like the idea. a little volatility in session management really is a small price to pay. how often do webservers go down, and most everyone will have their browsers 'remember' login/pwd for a frequently used site like hubzilla.

why don't you !-add this to @Hubzilla Development so that others can give their input? i don't think everyone who might have something to say follows the framagit issues...
Meine Top 10 Chefkochrezepte

  zuletzt bearbeitet: Fri, 14 Dec 2018 12:50:30 +0100  
Ich habe über 200 Chefkoch.de-Rezepte ausprobiert, die meisten davon waren gut und eine Vielzahl davon koche ich immer wieder mal. Ich habe hier meine Top 10 Rezepte, die ich auf chefkoch.de gefunden habe, aufgelistet, wobei ich bewusst auf Nummerierungen verzichtet habe - die Rezepte lassen sich nicht vergleichen: Was ist besser? Ein Nachtisch, ein Braten, eine Beilage? Hier sind sie, alphabetisch geordnet:
Chocolate-Lava-Muffins
Unglaublich gut, teilweise flüssig, und dazu auch sehr einfach herzustellen.
Der beste Pizzateig
Der Titel klingt anmaßend, aber stimmt tatsächlich: Pizza mit dem Teig (zu der Sauce kann ich nichts sagen, ich mache eine andere) aus dem Ofen kommt einer Pizza beim Italiener schon sehr, sehr nahe. Hätte man einen Ofen der so heiß würde wie in der Pizzeria, wäre es genau so gut.
Djuvec-Reis
Schöne, vegetarische Beilage, schmeckt mir deutlich besser als die oft eher wässrige und laffe Version in Balkanrestaurants. Ich packe noch Erbsen da rein.
Hüftsteak in einer feinen Cognac-Sahne-Soße
Einer der besten Hüftsteaks nebst Sauce, die ich kenne - man braucht schon ein gutes Steakhaus um das zu schlagen, oftmals gibt es das in schlechterer Qualität.
Indisches Butter Chicken aus dem Ofen
Für diejenigen, die gerne indisch essen (ich z.B.). Das schmeckt zu meinen Erstaunen tatsächlich wie beim Inder, und ist recht einfach zu kochen.
Mascarpone-Himbeerquark
Ein sehr, sehr guter Nachtisch bei gleichzeitig geringem Arbeitsaufwand (etwa 10 Minuten). Muss eine Nacht im Kühlschrank, aber das Resultat schlägt alles, vermutlich auch kalorientechnisch, das ist es aber wert :-)
Omas beste Frikadellen
Maggi hin oder her, Margarine im Rezept (ich nutze natürlich Butterschmalz zum Braten) - das sind bislang die besten Frikadellen, die ich kenne. Oft genug gemacht für unterwegs, hat bislang jedem (sofern er Frikadellen mag) geschmeckt :-)
Pfeffersauce
Ich mag Pfeffersauce (siehe Hüftsteakrezept), und die besonders :-) Wer die einmal gemacht hat wird nie wieder Fertigsaucen verwenden
Überbackene Spitzpaprika mit Käsefüllung
Einer meiner Lieblingsgerichte im Vegetarischen: Schmeckt auch ausgewiesenen Fleischessern sehr gut, und eignet sich daher auch gut für „gemischte“ (vegetarisch/omnivor) Gesellschaften, wenn man kein Lust hat mehrere Gerichte zu kochen.
Wildschweinbraten
Das bislang beste Wildrezept, was ich bisher gegessen habe, egal ob privat oder im Restaurant. Nicht ganz billig durch das Wildfleisch, ist es aber wert. Und auch nicht sonderlich viel Arbeitsaufwand.


Wenn man die Bewertungen der Rezepte ansieht, sehen das andere wohl auch so :-) Einfach mal ausprobieren, sollte für jeden was dabei sein.
 food
Elevation (Stephen King)

  
„Elevation“ (gibt es zum Zeitpunkt dieser Rezension noch nicht auf deutsch) ist die neuste Novelle von Stephen King die in Castle Rock spielt
Artikel ansehen
 Review
The Divine Cities (Robert Jackson Bennett)

  zuletzt bearbeitet: Sat, 27 Oct 2018 15:49:48 +0200  

„The Divine Cities“ spielt in einer Urban-Fantasy-Welt, in der Götter real sind. Die Bücher sind eine sehr interessante und erfrischende Mischung aus Fantasy/Steampunk/Mystery/Spionagethriller, sehr gut zu lesen und spannend.
Artikel ansehen
 Review
 
Danke für die Empfehlung! Muss mir leider die deutschsprachige Übersetzung kaufen weil mein Englisch für Belletristik zu mager ist. Technische Texte gehen, Literarur ist zu anstrengend.
Aber vielleicht hab ich ja Glück mit der Übersetzung.
  
Ich lese Bücher schon seit langem ausschließlich im englischen Original - analoges gilt für Serien und Filme, deshalb kann ich keine Aussagen über die Übersetzungen machen :-) Dank Amazon, DVD/BluRays und PayTV sowie Cinestar Original in Berlin ist das mittlerweile auch keine Akt mehr. Das hat allerdings oft seltsame Konsequenzen: Wenn die Leute über die übersetzte Serie reden, frage ich mich wovon die Leute eigentlich reden - „Königsmund”? Häh? Ah, „King's Landing“ - welcher Schwachkopf hat denn das übersetztß :-D