Ich brauche mal Hinweise aus dem #
Schwarm zu Elektroautos (Boost wäre nett):
Mein 14 Jahre alter Verbrenner kommt so langsam zum Ende seines Lebens als Auto, also muss ich mich nach etwas Neuem umsehen. Irgendwie sehe ich wenig Sinn darin, einen neuen Verbrenner oder einen Hybriden (egal welcher Art) zu kaufen. Irgendwie scheinen Hybride die Nachteile beider Welten zu vereinigen. Vollelektrische Autos stellen mich aber auch vor Folgeprobleme, bei denen ich um „sachdienliche Hinweise“ zum Umgang damit sehr dankbar wäre. Ich kann ja eigentlich nicht der einzige sein, der vor solchen Problemen steht bzw. stand:
1. Reichweite und Größe
Ich habe wenigstens wöchentlich eine Pendelstrecke von ca. 380 km (190/Weg), der fast komplett Autobahn ist. Ein Stromer müsste also wenigstens 420 km reale Reichweite auf der Autobahn (nicht WLTP oder Mix) haben, um noch etwas Reserve für Stau und sonstiges zu haben. Nur finde ich mit solchen Reichweiten eigentlich nur Fahrzeuge im Mittelklasse-Segment oder höher, meist vom Typ „SUV-Panzer“. Kennt jemand „normale“ (und bezahlbare) E-Kleinwagen die solche Reichweiten haben? (Z.B. ist BYD Seal ist zwar kein SUV und ich mag gute Ausstattung - aber eigentlich brauche ich nicht wirklich eine obere-Mittelklasse-Limousine. Und eine Stufenheck-Kofferraumklappe bräuchte ich auch nicht unbedingt zurück. Von SUVs will man da ja gar nicht erst anfangen zu klagen.)
Bezahlbar ist aber auch ein doppeltes Thema: Es geht ja nicht nur um den Preis an sich. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Neuwagen (mit Hersteller-Aktionen und Subvention) oft billiger sind als gebrauchte. Gut, die gebrauchten sind in der Regel sofort verfügbar, aber noch tut's mein altes Auto. Panische Hektik muss ich jetzt nicht entwickeln. Gucke ich da nur an den falschen Ecken oder ist mein Eindruck da zutreffend?
2. Laden: Ladesäulen
Ich habe keine Wallbox und werde auch keine bekommen können (Mein Vermieter hat valide bauliche Gründe). Ein Umzug wird in absehbarer Zeit (aus sozialen Gründen) nicht stattfinden können. Wie ladet Ihr Eure E-Autos, wenn keine eigene Wallbox vorhanden ist?
Wenn man sich so umsieht, sind die meisten Ladesäulen in meiner Nähe bzw. wo ich einkaufe, 22 kW AC-Ladesäulen. Die meisten Fahrzeuge haben aber nur 11 kW AC-Ladeaufnahme. Bei den großen Akkus, die Reichweiten starke Fahrzeuge haben, kann ein Aufladen von 10% oder 15% auf Voll ja gern mal länger als 8 Stunden dauern. Kommt Ihr damit klar, wenn man den Wagen de facto einmal pro Woche fast leer fahren muss? Wenn ja, wie?
3. Laden: Tarife
Ich habe den Eindruck, dass bei Ladetarifen so eine Art Wildwest-Goldgräbertum bei den Stromlieferanten ausgebrochen ist. Zu Hause bieten die Stadtwerke eine gute Ladekarte an. An meinem Arbeitsort scheint die aber nicht zu funktionieren. Selbst hier in der Stadt scheint die Ladekarte an den meisten DC-Ladesäulen nicht akzeptiert zu werden (laut Chargeprice-App). Würde ich meine Eltern besuchen, wäre das noch eine andere Region.
Wie geht Ihr damit um? Habt Ihr dann tatsächlich mehrere Ladekarten/Ladeverträge? Nach meiner vorläufigen Zählung bräuchte ich bisher schon mindestens 6 verschiedene Ladekarten/-verträge. Ist das vernünftig praktikabel? Oder habe ich das nur nicht richtig verstanden? Oder sind einfach die Infos in den Apps "etwas (sehr) unvollständig"?
Und auch das hat noch ein Folgeproblem: Die meisten AC-Säulen (bzw. die Ladekarte meiner Stadtwerke) nehmen nach 4 Stunden eine Zeitgebühr. Das reicht bei leerem Akku natürlich niemals, den mit 11 kW zu laden. DC-Laden scheint ja grundsätzlich teurer zu sein. (Und zumindest in fußläufiger Entfernung gibt es hier auch keine DC-Ladesäule.) Kennt dafür jemand praktikable Lösungen? Oder reicht es, wenn man das Auto kurz vor dem Zeitende abklemmt, 2 Minuten wartet und einen neuen Ladevorgang startet, um die Zeitgebühr zu vermeiden?
Hier in der Nachbarschaft mag es ja auch einige Leute mit Wallboxen geben, die die nicht ständig in Benutzung haben. Gibt es eigentlich irgendwo Foren zum "nachbarschaftlichen Wallbox-Sharing" oder so?
4. Reparaturen
Hat eigentlich jemand echte Erfahrungen (in jüngerer Zeit) mit Reparaturen und der Ersatzteilversorgung von chinesischen Herstellern gemacht (konkret habe ich mir schon BYD und Xpeng angesehen)? Ist das praktikabel oder werden da alle Teile einzeln auch China verschickt und man muss für Reparaturen gleich mit wochenlangen Ausfällen rechnen?
Viele Fragen... Es wäre echt toll, wenn jemand seine eigenen Erfahrungen oder Lösungen teilen könnte. Irgendwie habe ich ja das Gefühl, jede Menge „Denkfehler“ zu haben. Oder ist das alles tatsächlich so unintuitiv?
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