Interessanter Kommentar im Tagesspiegel:
https://www.tagesspiegel.de/meinung/kinderarztin-greift-kanzler-im-tv-an-hat-denn-dieses-land-verlernt-wie-dialog-geht-15992860.htmlDenn die inhaltliche Kritik der Kinderärztin Bea Merscher ist absolut nachvollziehbar. Ihre Argumente bei der Kritik an den geplanten Reformen im Gesundheitswesen sind stichhaltig. Nur konterkariert sie das selbst durch ihren unglaublich scharfen, persönlichen Angriff auf Merz. „Menschenverachtend“ sei seine Politik. Seinen Amtseid habe er gebrochen. Welche Reaktion erwartet man da von Merz? Doch genau diese, die nun gekommen ist. Und warum? Um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Das Spiel, so viel kann man sagen, hat sehr gut funktioniert. Hat es dem Thema, ihrem eigentlichen Anliegen, geholfen? Eher nicht.
Das spiegelt exakt das Problem der sozialen Medien wieder. Es gibt kaum noch Diskussionen, es gibt nur noch extreme. Wenn jemand etwas ablehnt, wird ihm sofort „Hass“ unterstellt (er sei ein Hater), kleiner geht es nicht. Umgekehrt genauso. Was sollen diese Zuspitzungen, Unterstellungen etc. bringen, außer eine sachliche Diskussion zu verhindern? Und nicht vergessen: Wenn man diese Diskussionsunkultur anspricht kommt
selbstverständlich wiederum ein Totschlagargument: „Tone Policing“.
Ich frage mich wieso die Leute überhaupt in sozialen Medien sind, wenn sie nicht diskutieren sondern nur recht haben wollen?